Substanzkonsum in Deutschland: die wichtigsten ESA-Zahlen
Ausgewählte Angaben aus der ESA-Hauptpublikation 2024 für Erwachsene von 18 bis 64 Jahren. Jeder Wert enthält einen Messzeitraum und einen Link zur Originalquelle.
Wichtig für Vergleiche: Die Kennzahlen beziehen sich teils auf die letzten 30 Tage, teils auf zwölf Monate. Sie sind nicht als identische Risikomaße zu lesen.
Vier ausgewählte Prävalenzen
2024 · Bevölkerung von 18–64 Jahren
Alkohol30 Tage
68,6 %
Nichtopioide Analgetika30 Tage
31,5 %
Konventioneller Tabak30 Tage
21,8 %
Cannabis12 Monate
9,8 %
Quelle: Olderbak et al. (2025), ESA 2024. Die Recall-Zeiträume stehen ausdrücklich an jeder Reihe. Originalpublikation ↗
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30-Tages-Prävalenz68,6 %
Alkohol: Häufigkeit ist nicht gleich Unbedenklichkeit
68,6 Prozent der befragten Erwachsenen von 18 bis 64 Jahren berichteten Alkoholkonsum in den vergangenen 30 Tagen. Die ESA erfasst darüber hinaus unter anderem Trinkmengen, episodisches Rauschtrinken und Hinweise auf alkoholbezogene Störungen.
Der Anteil der Menschen, die Alkohol konsumiert haben, ist nicht automatisch mit dem Anteil problematischen Konsums gleichzusetzen. Für fundierte Aussagen müssen Intensität und gesundheitliche Folgen gesondert betrachtet werden.
Die ESA-Hauptpublikation weist für konventionelle Tabakprodukte eine 30-Tages-Prävalenz von 21,8 Prozent aus. Die Detailauswertungen betrachten außerdem Wasserpfeifen und alternative Nikotinabgabesysteme.
Diese Kategorien sind wichtig, weil Menschen mehrere Produktformen nutzen können. Einzelwerte sollten nicht ohne Prüfung der Definitionen zu einem Gesamtwert addiert werden.
9,8 Prozent der Erwachsenen von 18 bis 64 Jahren berichteten Cannabiskonsum in den zwölf Monaten vor der Befragung. Eine wissenschaftliche Analyse verglich diesen Wert mit 8,8 Prozent im Jahr 2021 und bezeichnete die Differenz als statistisch nicht signifikant.
Die Ergebnisse aus dem Jahr 2024 können keinen eindeutigen kausalen Effekt der Teillegalisierung belegen. Dafür sind weitere Erhebungen und Analysen notwendig.
31,5 Prozent der Befragten berichteten in den zurückliegenden 30 Tagen die Verwendung nichtopioider Analgetika. Diese Zahl bezeichnet nicht automatisch missbräuchlichen Gebrauch oder eine Abhängigkeit.
Arzneimittel können medizinisch notwendig und angemessen eingesetzt werden. Ob ein problematischer Gebrauch vorliegt, kann aus der reinen Nutzungshäufigkeit nicht abgeleitet werden; hierfür untersucht die ESA eigene Kriterien.
Auswahl aus der ESA-Hauptpublikation 2024; Erwachsene 18–64 Jahre
Merkmal
Wert
Erinnerungszeitraum
Alkoholkonsum
68,6 %
30 Tage
Nichtopioide Analgetika
31,5 %
30 Tage
Konventioneller Tabakkonsum
21,8 %
30 Tage
Cannabiskonsum
9,8 %
12 Monate
Diese Übersicht enthält ausgewählte Messgrößen, keine vollständige Darstellung aller ESA-Indikatoren. Ergänzende Tabellen für weitere Altersbereiche sind in den amtlichen Ergebnisarchiven verfügbar.